Am Eingangstor zur Ilsfelder Ortsmitte beginnen die Bauarbeiten

Ilsfeld: Die Rewied GmbH aus Ludwigsburg will ihr Wohn- und Geschäftshaus bis Ende 2020 fertigstellen. Unterdessen kommen die Vorbereitungen für die Markthalle bald ein gutes Stück voran.

Der westliche Ortsrand von Ilsfeld erhält bis spätestens Ende 2020 ein neues Gesicht: Das Ärztehaus ist schon fertig, direkt daneben beginnt die Rewied GmbH mit dem Bau eines Wohn- und Geschäftshauses. Das historische Gebäude gegenüber will die Gemeinde in den nächsten Monaten zur Markthalle umbauen, und auch ein Parkplatz wird auf dieser Seite der Ortsdurchfahrt errichtet.

Ilsfeld hofft, dass zukünftig die vielen dort vorhandenen Einrichtungen voneinander profitieren werden. Bürgermeister Thomas Knödler spricht davon, dass Frequenz in den Ort gebracht wird.

In der Ortsmitte zu bauen, ist um einiges anspruchsvoller als auf der grünen Wiese

Die Ludwigsburger Firma Rewied hätte es sich einfach machen und ihren neuen Sitz auf der grünen Wiese errichten können. Das betont auch Bürgermeister Thomas Knödler im Rahmen der kleinen Feier zum symbolischen ersten Spatenstich, mit dem der Hochbau traditionell beginnt: Es sei eben um einiges anspruchsvoller, in der Ortsmitte zu bauen. Trotzdem entsteht das Rewied-Haus gerade dort.

"Das ist alles andere als selbstverständlich", dankt der Bürgermeister. Für Knödler wächst "ein ortsbildprägendes Projekt an prominenter Stelle" empor, denn diesen Punkt passieren aus Richtung Lauffen pro Tag durchschnittlich 11 200 Fahrzeuge - sofern die Ortsdurchfahrt offen ist. Angesichts der Weiterentwicklung in diesem Teil Ilsfelds bezeichnet Thomas Knödler das Gebäude deshalb auch als ein "ganz wichtiges Puzzelteilchen".

Das Unternehmen rechnet mit Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro

Die Kosten des dreigeschossigen Gebäudes liegen nach Angaben des Unternehmens, das sich auf die Umwandlung von Industriebrachen spezialisiert hat, bei fünf Millionen Euro. Fertiggestellt werden soll es im kommenden Jahr - zwischen Mitte und Ende 2020, sagt Herbert Röger, der mit Sabrina Pohl das Unternehmen führt.

Zunächst wird der Untergrund gesichert, 96 Pfähle kommen in den Boden. "Wir haben hier unterschiedliche Bodenverhältnisse", beschreibt Geschäftsführer Röger die Situation. Ohne diese Stützen würde der Boden unter dem Gebäude unterschiedlich stark nachgeben. "Um Rissen zu vermeiden, setzen wir Pfähle."

Das kommt hinein

Im Obergeschoss liegen die Wohnungen, Büros entstehen in der ersten Etage, ins Erdgeschoss kommen ein Laden sowie die Bücherei, für die 430 Quadratmeter vorgesehen sind. Auch an die Autos ist gedacht, ihnen stehen 48 Stellplätze zur Verfügung. "Dann ist das Baufeld gut bebaut", sagt Bürgermeister Knödler.

Herbert Röger hofft bereits darauf, dass die Markthalle gegenüber bis zur Einweihung seines Gebäudes fertig ist. "Wir wollen dort einkaufen, flanieren und essen", scherzt er.

Zurzeit werden die Arbeiten für die Markthalle vorbereitet

Spatenstich zum Start der Hochbauarbeiten: Bis spätestens Ende 2020 entsteht an der Ortsdurchfahrt ein Gebäude mit Büros, einem Laden und Wohnungen.

Die Markthalle könnte tatsächlich bis zur Sommerpause einen guten Schritt vorankommen. Zurzeit werden die Ausschreibungen vorbereitet, um die Alte Kelter mit angrenzendem Farrenstall zu sanieren. Knödler hofft, dass der Gemeinderat die Gewerke noch vor der Sommerpause vergeben kann. Werner Häfele, der mit seiner Familie in Auenstein eine Metzgerei betreibt und der die Markthalle mit initiiert hat, berichtet davon, dass schon jetzt alle Mietverträge unterschrieben seien.

"Das Besondere an der Markthalle ist, dass sie lokal ist", sagt Werner Häfele. Neben seinem Betrieb, der auch Mittagessen ausgeben wird, seien eine Bäckerei sowie ein Ilsfelder Unternehmen mit im Boot, das unter anderem Salate, küchenfertiges Gemüse, Früchte und Antipasti im Sortiment hat. Außerdem komme die Postagentur inklusive einer Vinothek in die Markthalle, sagt Werner Häfele.

Das sind Projekte der Firma Rewied

Die Firma Rewied ist im Jahr 2011 in Ludwigsburg gegründet worden. Nach eigenen Angaben hat sich das Unternehmen darauf spezialisiert, vorbelastete Industriebrachen und Grundstücke einem städtebaulich neuen Zweck zuzuführen. Zu den Bauvorhaben gehören in Lehrensteinsfeld der Abriss der ehemaligen Weingärtnergenossenschaft und der Neubau eines Mehrfamilienhauses sowie in Obersulm-Eschenau der Abbruch einers Kellereigebäudes, um Platz für ein Wohnhaus zu erhalten. 

(Quelle: Simon Gajer, Stimme.de)